Schwere Gedanken
Mit langsamen Schritten schreite ich über den geplasterten Weg. Ich versuche nachzudenken, an etwas bestimmtes.
Doch meine Gedanken drehen sich immer nur im Kreis.
Ein Auto fährt schnell an mir vorbei und meine Augen sehen ihm nach, ohne es eigentlich zu beachten.Stimmen aus einem Restaurant, ich höre die Worte, aber verstehe nicht ihren Sinn.
Ich gehe unter einer Brücke hindurch, es wird dunkel und ich fühle mich von der schlechten Luft erdrückt. Endlich wird es wieder heller und die Last fällt von mir.
Ohne das es mir auffiel, hat sich er Boden verändert, ein langer weicher Erdboden erstreckt sich vor mir. Es scheint mir, als ob ich schwebe.
Ich merke, wie frisch die Luft ist, es riecht nach Wasser, ja, ich kann es auch hören, dieses unaufhörliche Rauschen.
Meine Gedanken werden klarer und intensiver. Ich fühle mich wohl.
Die Bäume, die den Weg säumen, neigen sich zum Wasser hin, das ich jetzt sehen kann.
Der Wind weht um meinen Kopf und es scheint so, als ob er all die schweren Gedanken fortträgt, irgendwohin, ganz weit weg.
Die Bäume werden wieder dichter und ich kann das Wasser nicht mehr sehen. Nur riechen und hören kann ich es noch.
Es wird wieder etwas dunkler, doch dieses mal ist es angenehm. Geschützte Dunkelheit. Doch sie verwandelt sich wieder in erdrückende Finsternis.
Ich höre, wie meine Schritte an den Betonwänden der Brücke widerhallen. Dunkelheit, die mir Unbehagen bereitet!
Ich laufe wieder auf dem asphaltiertem Gehweg und höre Stimmengewirr.
Jetzt weiß ich, wo meine schweren Gedanken hinflogen. Sie warteten hier auf mich.
Es war alles wie ein Traum, ein schöne Traum!
War es das wirklich?
(c) by Jana-Elaine Krause